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Slow Food Travel Kärnten

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slowfood.travel/Martin Hoffmann
Slow Food Travel_Philipp Bodner (c)slowfood.travel_Martin Hoffmann (3)
Neues von den HeldInnen des guten Geschmacks! Wo sich die wahren Superheldinnen und Helden unserer modernen Zeit verstecken? Im Lesachtal, Europas naturbelassenstem Tal und im Gailtal, Heimat der ersten offiziellen Slow Food Travel-Region der Welt. Ihre Mission? Den bewussten Umgang mit guten, ehrlichen Lebensmitteln zu fördern und altes Wissen zu bewahren. Von den Superkräften alter Kulturpflanzen und Bergkräuter bis hin zum Kampf gegen industrielle Massentierhaltung. Mit modernen Ideen, zukunftsweisenden Visionen und unkonventionellem Denken beweisen Kärntens Slow Food-Heroes erneut, dass Verantwortung und purer Genuss Hand in Hand gehen.

Obergaile(r) Hanfkulinarik in der Hepi Lodge

@Stefan Köchel

Wie sich Helene und Pepi Klingesberger selbst bezeichnen? Als studierte Freigeister mit unbändigem Outdoor-Enthusiasmus. In ihren tatsächlichen Lebensläufen aber stehen Kenntnisse wie Wander-, Berg- und Skiführer – und das in insgesamt sechs Sprachen. Ihre Leidenschaften und offene Weltanschauung wollte das Paar mit gleichgesinnten Gästen teilen und renovierte kurzerhand ein altes Bergbauernhaus in panoramareicher Lage am Fuße der Karnischen Alpen. In liebevoller Handarbeit, mit viel Herzblut und Tatkraft entstand das Apartmenthaus Hepi Lodge, ein Ort, der eine emotionale Verbindung zur Natur und den Bergen schafft. Aber auch kulinarisch gibt’s einiges zu entdecken: Helene und Pepi kultivieren hier in Obergail u.a. Hanf, führen Slow-Food-Travel-Gäste in die vielen Vorteile dieser witterungsbeständigen Pflanze ein und geben Kostproben des nussig-würzigen Sortiments an Hanfprodukten. Also: Be Hepi!

Der Geschmack von Bio-Heumilch

© Ederhias/www.tinefoto.com

Grashalme kitzeln zwischen den Zehen, der Duft von Kräutern liegt in der Luft. Nach der Barfußwanderung hausgemachte Spezialitäten aus Bio-Heuwiesenmilch auf der Zunge zergehen lassen und gleichzeitig ihren zehn Produzentinnen zuwinken, die nebenan gemütlich grasen. Eine Erfahrung mit Tiefe, die in Erinnerung bleibt. Elisabeth Guist bringt ihren Gästen gerne die Kunst der Herstellung dieser nährstoffreichen Spezialitäten näher, von der ersten Heumahd im Juni bis zur Beweidung im Herbst. Als Biobäuerin aus Überzeugung und Naturkosmetik-Expertin bewirtet sie den über 270 Jahre alten Bio-Bergbauernhof „Ederhias“ in Obergail. Dieser ist Urlaubsdomizil und Weiterbildungsort in einem. Denn Elisabeth kennt das Geheimrezept bester Produkte: artgerechte Haltung, vielfältiges Bergwiesenfutter und viel frische Luft, statt industrieller Massentierhaltung. Kein Wunder, dass die traditionelle Heumilchwirtschaft im Alpenbogen als erstes System im deutschsprachigen Raum als landwirtschaftliches Kulturerbe von globaler Bedeutung anerkannt wurde. Beim Pflücken des eigenen „Bergwiesen-Futterstraußes“ aus all den bunten Blüten, die Elisabeths Milchkühe zu Fressen bekommen, fühlt man sich diesem Erbe wieder ganz nah.

Die Kraft wilder Bergkräuter

(c)slowfood.travel/M. Hoffmann

Aufgewachsen in einer Lesachtaler Bergbauern-Großfamilie, interessierte sich Klara Obernosterer schon immer für die Geschichten der Pflanzen rund um sie. Den achtsamen Umgang mit der Natur, den sie bereits als Kind lernte, will sie Besucherinnen und Besuchern weitergeben: „Wir lernten durch das Sammeln und Verarbeiten der Wiesenkräuter und Heilpflanzen die Bedeutsamkeit von natürlichen Lebensmitteln für die Gesundheit. Nachhaltigkeit war schon meinen Vorfahren wichtig.“ Mit unendlichem Fachwissen und typischem Kärntner Schmäh führt die diplomierte Kräuter- und Waldpädagogin durch ihre entlegene Heimat, dorthin, wo die wertvollen Bergkräuter und Wurzeln gedeihen. Zurück in Klaras Kräuterhäusl sitzen die TeilnehmerInnen des beliebten Slow Food Workshops dann bei Kaffee oder selbst gepflücktem Tee beisammen und lernen viel über die Herstellung von Naturheilmitteln, die seit Jahrhunderten in den Hausapotheken des Lesachtals Verwendung finden. Beim gemeinsamen Kochen wird beispielsweise Sushi à la Lesachtal zubereitet. Mit Wildkräutern und Pfifferlingen, Gemüse aus dem Garten. Statt Wasabi gibt es frischen Kren (Meerrettich).

Alte Obstbaumsorten, neu kultiviert

(c)slowfood.travel/Martin Hoffmann

Schon mal von Pomologie gehört? Es ist die Lehre der verschiedenen Arten und Sorten von Obst sowie deren Bestimmung. Zwei Experten auf diesem fast vergessenen Gebiet sind Philipp Bodner und Eva Hinterbichler. Der Agrarwissenschaftler mit Osttiroler Wurzeln und die studierte Agrarbiologin und Baumwärterin aus Oberösterreich betreiben gemeinsam die Baumschule Fruchttrieb im Gailtal. Auf knapp 1.000 m Seehöhe gedeihen hier seit 2021 Obstbäume und -sträucher, aktuell sogar über 200 verschiedene Sorten. Bewirtschaftet wird dabei in Handarbeit und organisch-biologisch. Für die beiden Millennials eine beinahe meditative Arbeit, die sie erdet und den Blick frei macht für die wichtigen Dinge. Nämlich die biodiversen Streuobstwiesen bewahren, alte Sorten schützen und eine nachhaltige Landwirtschaft propagieren. Wer sich durch die große Vielfalt an Geschmäckern und Nutzungsmöglichkeiten mancher fast ausgestorbener Sorten testen will, ist hier richtig: Bei der Führung erklären die beiden den ökologischen Wert von Streuobstwiesen – fruchtige Verkostungen von Apfel, Birne, Marille und Pfirsich sowie Beratung für den eigenen Garten inklusive.

Mehr Informationen unter www.slowfood.travel

 

 

Tipp der Redaktion

Wer einen Gang runterschalten möchte und sich mal ganz auf sich selbst konzentrieren will, der sollte eine Pause im Original FX Mayr einlegen – mitten in Kärnten, auf einer leichten Anhöhe am Südufer des Wörthersees.

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